ich kann das Konto auch ohne Telekom Vertrag weiter nutzen.
Natürlich kannst du das - wenn *du* weiter bezahlst - den vollen Preis natürlich... warum nicht?
Ich kenne das jedenfalls anders. In Form von Zugangsdaten (Nutzername und Kennwort aus dem Würfelbecher), mit deren Hilfe du sofort und ohne eine namentliche Erfassung, geschweige denn einer AGB-Rallye und Paycheck, das werbefreie Angebot mit allen Mehrfunktionen nutzen kannst.
Wundert mich jetzt irgendwie gar nicht zu hören, dass man sich da wohl recht flott eines besseren besonnen hat?
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Zur Nichtigkeit eines nicht selbst eingegangenen Vertragsverhältnisses mit einer Drittpartei:
Man lese die Grundsatzentscheidung des BGH zur (verneinten) Wirksamkeit von Microsofts EULA zu sog. "OEM-Versionen" von Windows XP.
Essenz: Ein vom Händler im Rahmen eines Computerkaufs mitgeliefertes Stück Software einer Drittfirma bildet zwar einen Vertragsgegenstand zwischen Kunde und Händler, auch zwischen Händler und Hersteller mag ein solcher Vertrag bestehen, zwischen Kunde und Hersteller entsteht dadurch allerdings *keine* implizit eingegangene Bindung, aus der sich Rechte oder Pflichten herleiten liessen.
Microsoft hatte damals versucht, eine an und für sich zwar in legaler Form gehaltene (also durchaus mögliche), aber den Grundsatzvermutungen des BGB "nach Treu und Glauben" nicht entsprechende Klausel der EULA (in Bezug auf den vermeintlich untersagten Weiterverkauf der Software) vor deutschen Gerichten exemplarisch durchzusetzen.
Damit sind sie durch alle Instanzen "nach oben" weiterverwiesen worden, und schliesslich am Ende in einem Grundsatzurteil mit grandios scharfen Worten abgewatscht worden. Mit eben dieser Begründung. Lesenswert.
(Seither kursiert nur leider immer wieder das naiv-doofe Gerücht, EULAs wären ohnehin komplett unwirksam, auf jeden Fall. Völliger Quatsch.)
Klar verstehe. Und ein Spotify Abo ist der Auslöser dafür.
Du verstehst überhaupt nichts.
Je weniger die Welt von deiner Identität erfährt, umso besser.
Je kleiner der Kreis derer, denen du -willentlich und wissentlich- doch etwas an Infos über dich preisgibst, umso vielfach besser.
Apple rückt nicht nur die Zahlungsinformationen nicht heraus, sie behalten *alle* deine persönlichen Daten für sich, auch Namen, Adressen, Kontaktdaten.
Und rechnen mit den Anbietern auf anonymisierter Basis ab, du bist also aus Sicht des App-Herstellers nur "Kunde X" - finde ich vorbildlich.
Denkst du, solche Informationen wären bei den 74673 Hinz&Kunz AG'n die über den Store irgendetwas vertreiben, ebenso gut aufgehoben?
Meinst du, wirklich?
Demnächst will Spotify auch Videos und TV-Programme anbieten.
Und ganz sicher -so wie Facebook- danach auch noch Software *).
(Falls ihnen das Wasser dann immer noch unterhalb der Nasenöffnungen steht.)
Allerdings gedenken sie -genau wie YouTube- nicht im geringsten daran, für die rechtmässige Lizenzierung etc der Programme die alleinige Haftung zu übernehmen.
Nach momentaner (!) Rechtsauffassung stellt Streaming von unrechtmässig bezogenen Inhalten zwar keine Straftat dar. Das stellt dich aber nicht von den absurdsten Forderungen irgendwelcher Abmahnkünstler frei.
Bist du wirklich sicher dass du möchtest, dass diese Firma weiss wer du bist, wo dein Haus wohnt und wo das Loch in deiner Brieftasche steckt?
Nun, das darfst du halten wie du es selbst für richtig und vernünftig hältst.
Nicht mein Bier. Prost.
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Mit anderen Worten - sie werden zu Apple genauso in Konkurrenz treten wie Apple jetzt zu ihnen - nur mit etwas kleineren Brötchen gebacken.
Wollen wir wetten, dass ihr eigenes Geschwätz von gestern von wegen "wettbewerbswidrig" dann ganz plötzlich *keinerlei* Gültigkeit mehr besitzt?