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Jan Gruber

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Jan Gruber
Aktivisten von Fridays for Future haben heute Morgen einen Apple Store in Berlin mit roter Farbe beschmiert und Plakate aufgehängt. Es wird gegen die Arbeitsbedingungen in den Kobaltminen der Demokratischen Republik Kongo protestiert. Dieser Akt markiert den Höhepunkt einer Kampagne, die auf die schweren Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in der Region aufmerksam macht.

Symbolische Aktion gegen Ausbeutung​


Die Wahl von roter Farbe für den Protest symbolisiert das Blut und Leiden der über 6 Millionen Arbeiter. Sie arbeiten unter extremen Bedingungen in den Minen. Die Aktion fällt mit dem 140. Jahrestag der Kongokonferenz zusammen, die die Aufteilung und den Handel in Afrika regelte. Damit einhergeht die lang anhaltende Ausbeutung des Kontinents.

Forderungen der Aktivisten​


Fridays for Future betont die Dringlichkeit, die Praktiken der Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Umweltzerstörung zu beenden, die mit der Gewinnung von Rohstoffen wie Kobalt verbunden sind. Über 60 Prozent des für Technologien von Unternehmen wie Apple und Tesla benötigten Kobalts stammen aus dem Kongo. Die Aktivisten kritisieren, dass die enorme Profitgier dieser Unternehmen zur extremen Armut und zu menschlichem Leid beiträgt.

Weitere Aktionen und Reaktionen​


Für den späteren Nachmittag ist eine Kundgebung geplant, bei der weitere Reden und Aktionen vor dem Apple Store stattfinden sollen. Die Aktivisten wollen die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisieren und Druck auf Unternehmen ausüben, ihre Lieferketten zu überprüfen und ethischer zu gestalten.

Die Reaktionen auf die Aktion sind gemischt, wobei viele die Dringlichkeit des Themas anerkennen, aber auch besorgt sind über die Methoden des Protests. Diese Aktion wirft erneut ein Schlaglicht auf die ethischen Herausforderungen in der globalen Technologieproduktion und den Bedarf an nachhaltigeren und gerechteren Produktionsbedingungen.

Via Tagesspiegel

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voyager

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Über 60 Prozent des für Technologien von Unternehmen wie Apple und Tesla benötigten Kobalts stammen aus dem Kongo
Apple setzt doch schon zum großen Teil auf recycling-Cobalt, und will bis nächstes Jahr die Quote auf 100% recyling bei Cobalt setzen. Tesla reduziert ja Cobalt auch immer weiter und hat bei einigen Modellen schon Cobaltfreie Akkus.

Aber klar, FFF Aktionen gehen oft am Ziel vorbei, ist ja nix neues
 

breze28

Schweizer Orangenapfel
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Auch recycletes Cobalt muss irgendwoher kommen. Auch kommt es außerhalb von Batterien zum Einsatz (z. B. Stählen, Verbrennungsmotoren, Reifen, Triebwerke, Farben...)

Wobei das Recycling ab 2030 allgemein stark zunimmt und nicht ein Apple-Ding ist.

Die Deutsche Rohstoffagentur DERA erwartet einen weiter stark steigenden Bedarf. Von 50’000 Tonnen im Jahr 2005 über 110’000 Tonnen 2017 soll er bis 2026 auf bis zu 225’000 Tonnen wachsen, davon 50’000 bis 85’000 Tonnen für E-Mobilität. Ab 2030 könnte Kobalt aus Recycling eine relevante Grössenordnung erreichen.
 

macdiver

Schöner von Nordhausen
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Ich sehe die Rechtfertigung für die Wahl der Mittel nicht. Egal wie „hehr“ das Anliegen auch sei.

Bei Gewalt, Zerstörung oder Nötigung ist Schluss mit Toleranz - nicht nur bei mir.

FFF tut dem -legitimen- Zweck der öffentlichen Wahrnehmung des Umstands schlicht einen Bärendienst
 

dtp

Prinzessin Louise
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Einen Bärendienst? Inwiefern?

Du meist, weil die Öffentlichkeit die Maßnahmen als überzogen und kontraproduktiv auffasst?
 

Prince_Antony

Cripps Pink
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Erstmal sind das keine Aktivisten, sondern Terroristen.

Zumal sollte man dieser sektenähnlichen Vereinigung einfach kein Gehör mehr schenken, harte Strafen gegen ihr Vorgehen verhängen, mit abschreckenden Wirkungen, für die Schäden haftbar machen, dann kehrt da schnell Ruhe ein.
 

saw

Gravensteiner
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Erstmal sind das keine Aktivisten, sondern Terroristen.

Wer wird sich dann um die Tiere der Landwirte kümmern und diese versorgen, wenn jene sich im Gefängnis befinden,
weil sie Flughäfen blockiert, Straßen und Autobahnen versperrt, Gülle auf den Straßen verteilt und in Brüssel Misthaufen in Brand gesetzt haben?
Ach so, da ging es ja um Subventionen und nicht um Menschen, bin ja schon weg.
 

you're.holng.it.wrng

Spätblühender Taffetapfe
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@saw das kann ich dir ganz einfach erklären:

Das eine (die Landwirte) ist ein realistische erreichbare Vorderung.
Das andere einw unrealistische, von deutschen Unternhemern/Politikern nicht erreichbare Vorderung.

Genauso gut könnte man jeden Tag in Berlin alle Straßen Blockieren mit der Forderung: Stoppt alle Kriege! Frieden auf dieser Welt.
Keine Kriege mehr. Ab jetzt.!
FFF - Fridays for Frieden!

Auch das ist zwar eine Noble Forderung - jedoch von der Deutschen Regierung ebenso nicht umsetzbar.
Egal wie sehr sie sich das selbst sogar wünschen mag.

Du kannst dich auch an die Straße Kleben: Liebe für alle!
Keiner kann was dagegen sagen. JEder hat ein bisschen Liebe verdient.

Das sind aber alles leider keine Ziele die man einfach so umsetzten kann.
Die Forderung 19 % MWST auf 16 % MWST senken - dafür kann ich demonstrieren.
Das Ziel wäre auch von einer Regierung umsetzbar.
So lange ich die Demo anmelde, diese genehmigt ist, und ich keine Sachbeschädigung / Körperverletzung begehe ist das also auch legal möglich.
Das selbe gilt auch für die von dir wohl so ungeliebten Landwirte...
Übrigens, das alles sind Dinge die bei dem Schwachsin von FFF eben nicht gegeben sind.

Du siehst - nicht alles was hinkt ist ein vergleich.
ich weiß, bin ja schon weg.
 
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breze28

Schweizer Orangenapfel
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Zum teil hat ja Apple den eigenen Kreislauf, und sonst gibts ne große Industrie inzwischen dazu, die ohne Kinder auskommt.

2/3 des weltweiten Bedarfs werden im Kongo gefördert, das war genau die Region mit der Kinderarbeit. Kinderarbeit ist nur die eine Baustelle, Umweltzerstörung die andere.

Und solang der Gesamtbedarf an Cobalt wächst, ist es egal ob einzelne Unternehmen mehr oder weniger Recyclat verwenden, weil es dann an anderer Stelle einfach fehlt. Das ist wie mit dem Strommix aus der Steckdose. Aber während man z. B. PV bei Bedarf bauen kann, vermehrt sich Recyclat nicht.

Ein besserer Weg wäre den Bedarf zu minimieren oder es zu substituieren (Natrium-Ionen-Akkumulator...), das wäre mal Innovativ, aber das ist inzwischen ein Fremdwort bei Apple. Auch könnten Produkte länger nutzbar machen, z. B. einfacher Akkutausch bei Airpods, Pencil...
 
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saw

Gravensteiner
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Das eine (die Landwirte) ist ein realistische erreichbare Vorderung.
Das andere einw unrealistische, von deutschen Unternhemern/Politikern nicht erreichbare Vorderung.
Es geht doch nicht darum, was gefordert wird, sondern wie dafür demonstriert wird.
Ist es etwa in Ordnung, wenn Bauern Straßen blockieren, Galgen aufstellen, Feuer in Brüssel legen und schwere Autounfälle auf Autobahnen verursachen, nur weil ihre persönlichen Forderungen leichter zu erfüllen sind als die anderer Gruppen?
So lange ich die Demo anmelde, diese genehmigt ist, und ich keine Sachbeschädigung / Körperverletzung begehe ist das also auch legal möglich.
Waren die "Demos" der Landwirte ja nicht, als die Häfen, Autobahnen und Flughäfen blockiert haben,
in Brüssel vor dem EU Gebäude Feuer legen, war so weit ich weis, auch nicht genehmigt.
Aber es ist interessant, wie ideologisch verbohrt, dich dies nicht zu stören scheint?

Ich würde mich nicht dazu herablassen, die Protestformen von Fridays for Future in diesem Fall zu unterstützen.

Auffällig ist jedoch, dass stets, sobald es um Menschenleben, Klima und Umwelt geht, reflexartig von der RAF gesprochen wird. Gleichzeitig begegnet man bei vergleichbaren oder gar radikaleren Protestaktionen anderer Gruppierungen, wie etwa der Landwirte, mit größtem Verständnis.
Dies offenbart, dass der Kern der Debatte weniger in der Art des Protestes liegt, sondern vielmehr in den Forderungen selbst und in welchem Maße man gewillt ist, diese umzusetzen, ohne die eigene Bequemlichkeit zu kompromittieren.
 

landplage

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Doch, es geht um die Art des Protestes. Gemälde zu beschädigen ist einfach nicht angemessen, egal ob es um Klimafragen oder Subventionen für die Landwirtschaft geht.
Die Anti-Tesla-Aktivisten sind in Ausgleichsflächen (gekennzeichnet) gelaufen, haben Krötenzäune niedergetrampelt und seltene Bodenbrüter bei der Aufzucht der Jungen wahrscheinlich irreparabel gestört. Das sind definitiv keine Aktivisten, sondern Terroristen. Es gab aus der Gruppe dort auch keine deutliche Distanzierung zum Brandanschlag auf den Strommast.
Warum campen die eigentlich nicht vor einem Mercedes-, Audi- oder Porsche-Werk und verlangen den sofortigen Abriss?
 

FuAn

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Sehe ich genauso, man kann und muss sogar für nicht erreichbare Ziele wie das sofortige beenden aller Kriege demonstrieren dürfen.
Aber die Art des Protest ist eben durchaus entscheidend und hat natürlich zu recht Einfluss auf die Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Motiv heiligt wie immer nicht die Mittel.
 

dtp

Prinzessin Louise
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Trotzdem kann man das nicht in einen Topf mit der RAF oder dem IS schmeißen. Ich finde ja auch vieles daneben, was da als Protestform gewählt wird, aber Terror sieht für mich dann doch noch etwas anders aus.
 
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saw

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Doch, es geht um die Art des Protestes
Hat den hier auch nur eine Person okay gefunden?
Gemälde zu beschädigen ist einfach nicht angemessen
Welches Gemälde wurde tatsächlich beschädigt?
Die Schutzscheiben davor wurden verunreinigt, was keinesfalls akzeptabel ist.
Dennoch sollten wir der Wahrheit treu bleiben und uns nicht auf das Niveau einer reißerischen Springer- oder NIUS-Diskussion herabbegeben.

Eine linke Aktivistengruppe, die weder mit den sogenannten Klimaklebern noch mit Fridays for Future in Verbindung steht, hat den Strommast in Brand gesetzt.
Doch anstatt die differenzierten Hintergründe zu beleuchten, wird pauschalisiert, alle werden in einen Topf geworfen, als Terroristen gebrandmarkt und mit der RAF gleichgesetzt.
So werden komplexe Themen auf simple Weise abgehandelt.
 
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saw

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Die Kirchenglocken nerven mich auch jede Stunde,
trotzdem würde ich weder die Kirche, noch den Küster Terrorist nennen wollen.
 

P78FFM

Meraner
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Es ist völlig egal um was es geht und ob Kobalt nun aus Offenbach oder Afrika kommt: Diese Leute stellen ihre politische Meinung über das Gesetz. Man stelle sich vor, es gäbe eine Gruppierung die für ein Verbot von Solarenergie in Deutschland wäre und würde ihre Forderung mit Straftaten, Nötigung und Sachbeschädigung durchsetzen wollen. Diese (meist jungen) Menschen haben in Staatsbürgerkunde scheinbar immer gefehlt. Das wird tragisch enden mit solchen Menschen.
 
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Andreas Vogel

Redakteur
AT Redaktion
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2.275
Ich empfinde die Wortwahl hier ziemlich übertrieben.

Wenn Aktivisten einen Applestore beschmieren, um ein Zeichen gegen Ausbeutung zu setzen ist dies -jenseits irgendwelcher Gesetze- erstmal moralisch legitim!
Die Vokabel "Terrorismus" in diesem Zusammenhang zu benutzen empfinde ich persönlich als reaktionäres und populistisches BILDniveau.
Dass die Aktivisten, sofern es zu Gerichtsverhandlungen kommt, wegen Sachbeschädigung zu Schadensersatz verurteilt werden ist völlig ok.

Damit wir uns hier richtig verstehen: Mir geht es um zwei unterschiedliche Ebenen:
Moralisch ist es legitim auf Ausbeutung, menschenverachtenden Kobaltabbau etc. durch blutrotes beschmieren aufmerksam zu machen. Zugleich müssen die Aktivisten jedoch mit einer rechtlichen Reaktion rechnen, da beschmieren von Fassaden rechtlich geahndet wird.

Dies ist Ausdruck der ziemlich komplexen Dialektik von Recht und Gerechtigkeit. Das eine ist eine staatliche Größe, das andere eine moralische. Leider werfen viele beides in einen Topf oder Verwechseln das!

Ein historisches Beispiel um das etwas zu illustrieren: Graf Schenk von Stauffenberg wollte Hitler mit einer Bombe umbringen. Das war moralisch legitim, nach den damaligen und heutigen Strafgesetzen jedoch rechtlich geahndet.
 
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