Ich warte auf
Plastic Logic, um damit unterwegs Zeitung zu lesen.
Wer das regelmäßig in einer vollen Straßenbahn/Bus macht, weiß, wie ich leide...
Wenn man sich die aktuelle Tageszeitung morgens an einem Zeitungskiosk oder über den Mac holen könnte - traumhaft.
Wie wäre es mit automatischer Synchronisation über das heimeigene WLAN noch in der Nacht nach Redaktionsschluss?
Ich hatte letztens eine wunderbare Diskussion mit einem Thalia-Mitarbeiter über die Vor- und Nachteile der eBookreader.
Was mir gefällt:
Die Textdarstellung. Die eInkdisplays leuchten nicht von sich aus, stellen Schrift aber sehr gut dar. Druckqualität wird durchaus erreicht, man liest absolut ermüdungsarm, das visuelle Erleben ist mit dem eines Buches völlig identisch. Nachdem das Bild einmal erzeugt wurde verbraucht das Display keinen Strom mehr.
Für die Anwendung im Zeitungs- und Fachbuchbereich sind die Geräte optimal. Auch unter dem Aspekt des "vernetzten Lesens" stelle ich mir das praktisch vor, also einen Roman den man zuhause angefangen hat überall weiterlesen zu können. Ich werde auch nicht alle Romane auf einem Gerät haben, aber ich lese auch selten mal einen Roman. Manchmal liegen mir bestimmte Zitate auf der Zunge, z.B. aus Thomas Hobbes "Leviathan"; hätte ich das als eBook würde mir das korrekte Zitieren leichter fallen. Das hat weniger etwas mit Attraktivität zu tun ("Dekorationsbuch") sondern vielmehr mit Effizienz.
Allgemein müssen wir heute viel größere Informationsmengen bewältigen als noch vor 50 Jahren. Das meiste davon ist Müll, wir müssen uns daran gewöhnen die unwichtigen Informationen auszublenden und darauf achten, uns wertvolle Informationen zuzuführen. Ein eBookreader kann nur ein Werkzeug sein, den sinnvollen Umgang mit solchen Geräten muss man lernen, am besten spielerisch in der Freizeit.
Was mir missfällt:
Die Displaygröße ist noch zu klein. Für eine Zeitung sollte man vielleicht ein A4-Display haben. Andererseits ist ein A4-Display auch nicht so transportabel wie die aktuellen, etwas kleineren Displays. Ich denke ich könnte mich daran gewöhnen Zeitungsartikel im Kleinformat zu lesen, auch wenn es vielleicht anfangs schwer fällt.
Mit WLAN, Bluetooth und UMTS wird in Deutschland noch stiefmütterlich umgegangen, jedenfalls was die eBookreader angeht. Der Kindle wird hier noch nicht angeboten und den PRS-700BC bietet Sony in Deutschland ebenfalls nicht an, da er als direktes Konkurrenzprodukt zum Kindle ausschliesslich in Amerika vertrieben wird. Für den deutschen Markt bietet Sony den PRS-500 an, der keinen Touchscreen und kein integriertes mobiles Datennetzwerk bietet, also sozusagen die Vorgängerversion des PRS-700, allerdings zum gleichen Preis. Anmerkung: Verkäufer sprechen hier von einer "anderen Serie", die an den amerikanischen Markt angepasst sei und vermeiden das Wort "Vorgänger" wie der Teufel das Weihwasser. Sonst würde man die Teile hierzulande überhaupt nicht mehr los.
Das Buchangebot ist viel zu klein. Allerdings werfen Verlage wie Rowohlt ihr gesamtes Sortiment in einem Rutsch digital auf den Markt, was natürlich einen immensen Titelanstieg bedeuten würde. Viele Titel sind auch frei erhältlich.
Der Seitenwechsel nervt extrem weil er völlig "unorganisch" abläuft. Man liest den Text, drückt den Knopf zum Seitenwechseln, nach einer geschätzten Sekunde sieht man das Negativ des gerade gelesenen Textes (ca. Sekunde) und dann kommt erst die nächste Seite. Wer schnell liest wird das extrem nervig finden. Man kann den Text größer oder kleiner darstellen, durch die Formatänderung ist der Text aber an sich nicht besonders geschickt formatiert, also ist Querlesen schwierig, auch durch die verhältnismäßig lange Zeit für's umblättern.
Trotzdem: in den Geräten sehe ich die Zukunft; das kann nicht den Charme einer ledergebundenen Shakespeare-Gesamtausgabe imitieren, vom praktischen Aspekt gesehen aber durchaus ein Fortschritt.