Ich finde die Kombination aus iDevice und AppStore lässt sich nicht einfach mit einem Laden, einem ISP oder sonstwas von dem hier erwähnten vergleichen. Das ist eher wie ein Verein/Country Club.
Mit dem iDevice kauft man sich die Mitgliedschaft für... pah... 2 Jahre und dann darf man an der Bar des CCs das trinken, was da angeboten wird und sich den Regeln des CCs unterwerfen. Der CC erlaubt in seinen Regeln Alkohol, will aber kein Wodka an seiner Bar? Tja, dann gibt's eben kein Wodka an der Bar. Paff. Ist das ein Eingriff in die freie Markwirtschaft? Wohl kaum.
Der CC legt Zeitschriften aus, will aber die Bunte nicht rumfahren haben? Dann gibts' die Bunte da nicht. Fertig. Ist das Zensur? Nein.
Kein Bock mehr auf den CC, weil man dort nicht Wodka trinkend die Bunte lesen kann? OK, geh nicht hin, geh in einen anderen CC. Dennoch hast du deine Mitgliedschaft für 2y vertraglich festgelegt und muss weiterhin blechen. Es passt dir nicht? Hättest du dir vorher überlegen müssen. Ist ja nicht so, als hättest du es nicht vorher wissen können.
Geht's bei der nicht-Zulassung der App um Zensur? Nein. Zensur wäre es, wenn du auch über den Browser auf deinem iDevice keinerlei Informationen über Android erhalten könntest, weil irgendwelche mit dem 4.2.xxx Update mitgelieferten Wortfilter zusätzlich zur nicht installierbaren Android-Zeitschrift-App keinerlei Information über Android mit dem Browser auf dem iDevice zuließen. Das wäre Zensur (und durchaus alarmierend).
Ob Apple demnächst anfängt negative Schlagzeilen zu zensieren? Wie sollten sie?
Abstrafen tun sie es, glaubt man der Spiegel-Reportage von Ausgabe 17/2010, schon immer: Was aus eigener (Apple) Sicht unpassendes geschrieben - keine Interviews mehr für dich. Paff. Zensur ist das aber nicht.
Apple war, korrigiert mich, wenn ich falsch liege, noch nie für die Freiheit, die sie ihren Usern lassen, bekannt. Apple wusste schon immer, was "gut" für seinen User ist und hat ihn in bestimmte Bahnen gelenkt. Mit den iDevices treiben sie es irgendwie unangenehm auf die Spitze, zumindest in meinen Augen, aber es liegt ja immer noch an mir, ob ich da mitmache oder nicht - denn DAS ist meine Freiheit und nicht, was ich mit dem iDevice machen kann oder nicht, welches App ich kaufen kann oder nicht, welche Informationen ich über/mit welcher App ich bekomme oder nicht.
Mit dem Kauf eines iDevices entscheide ich mich dafür, dass jemand anderes entscheidet, was gut für mich ist, ich gebe also ein ganzes Stück Freiheit auf - und ich habe die Freiheit, meine Freiheit aufzugeben. So frei bin ich.
Ich besitze freilich kein iDevice.
Zurück zur Frage:
Ist das legitim von Apple, diese App nicht zuzulassen?
--Aber hallo. Ihr Club.
Ist es Zensur?
--Nein.
Will Apple ihre iDevice-Kunden in bestimmte Bahnen lenken?
--Natürlich.
Habe ich keine andere Wahl, als mich lenken zu lassen?
--...ich bitte dich...!?