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Apple behindert Recht auf Reparatur

Ein neuer Bericht fasst Apples Bemühungen zusammen, wie das Unternehmen Gesetze, die ein Recht auf Reparatur festschreiben sollen, behindert.

Eine neuer Bloomberg Bericht sammelt Daten, die belegen, wie Apple, aber auch Microsoft, Amazon und Google unabhängige Werkstätten behindern. So werden diese teils nicht mit Originalteilen beliefert oder die Unternehmen veröffentlichen keine Reparaturhandbücher.

Parallel hierzu haben allein 2021 27 US Bundesstaaten Gesetzes entworfen, die ein Recht auf Reparatur festschreiben. Apple, deren Lobbyisten und Handelsgruppen sind so massiv dagegen vorgegangen, dass keines der Gesetze beschlossen wurde. Die Argumentation ist immer dieselbe. Unabhängige Reparaturen verursachen Geräteschäden oder könnten die Sicherheit der Verbraucher gefährden.

Mit diesen und anderen „Nebelkerzen“ setzt sich regelmäßig auch der sehenswerte YouTube Kanal von Louis Rossmann auseinander. Rossmann ist ein US-Aktivist der „Recht auf Reparatur“-Kampagne.

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Im Bundesstaat Washington beispielsweise unterstützte die demokratische Abgeordnete Mia Gregerson einen solchen Gesetzesentwurf. Apple, Microsoft, Amazon und Google wehrten sich. „Wenn Sie wirklich wissen wollen, wer frech war, war es Apple“, sagte Gregerson. Apples Lobbyisten boten an Reparaturprogramme lokaler Colleges zu unterstützen, falls kein Gesetz verabschiedet wird.

Keine iPad Displays

Gerade von Schülern genutzte iPads haben häufiger Displayschäden. Versuchen nun freie Werkstätten Original Apple Displays zu bekommen, behindert Apple sie. Apple liefert keine iPad Displays an freie Werkstätten. Aber auch Teilnehmer von Apples unabhängigen Reparaturprogramms bekommen diese nicht.

Zwar bietet Apple mit ihrem Reparaturprogramm für freie Werkstätten eine Möglichkeit jenseits des eigenen Service. Diese „freien“ erhalten Originalteile, Werkzeuge, Reparaturhandbücher und Diagnosentools. Vorgeschaltet ist jedoch eine Zertifizierung durch Apple. Jede Werkstatt benötigt mindestens einen von Apple zertifizierten Techniker. Die Hürden hierfür sind so hoch, dass viele kleine Werkstätten den Aufwand nicht leisten können. Und selbst dann dürfen diese keine iPad Displays ersetzen.

Dollar und Cent

Der unabhängige Werkstattbesitzer Justin Millman fasst die Problematik so zusammen: „Für sie sind es nur Dollar und Cent. Sie denken nicht an die Person auf der anderen Seite des iPad.“ Hierzu passt ein Untersuchungsergebnis der FTC (Federal Trade Commission). Apple hat demnach seine AirPods explizit so entwickelt, dass Besitzer abhält, die Batterien (geschätzte Lebensdauer 18 Monate) auszutauschen, ohne sie zu zerstören. Kunden müssen in der Regel neue kaufen oder für Ersatz bezahlen: fast 100 Dollar.

Abschließend sei Apples M1 Chip erwähnt. Jenseits der technischen Überlegenheit gelingt es Apple dadurch, die Abhängigkeit der Kunden von Apples teurem Service nochmals zu erhöhen.

Zu dem Thema berichtet heute ab 19.00 Uhr auch Apfeltalk Live:

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Via Macrumors

 

Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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