Ich wusste garnicht, dass dieses "deutsche Kartoffel" Vorurteil auch von einem Bevölkerungsteil mit eindeutig türkisch emigratorischen Hintergrund verwendet wird.
Musste leider schon einigen russischen Mitmenschen klar machen, dass die Kartoffel durchaus genauso oft, eigentlich sogar mehr in der russischen Küche verkocht wird.
Abgesehen davon: Wir haben in Deutschland ein Problem. Die "Ausländer", worunter ich alle verstehe die sich selbst als solche Identifizieren, haben es schwer in Deutschland Anschluss zu finden. Es gibt selbstverständlich einige die es schaffen. Der größte Teil jedoch findet wenn überhaupt schlecht bezahlte Arbeit, die meißten "Ausländer" landen in der sozialen Unterschicht. Viele kommen nicht damit klar und lassen ihre Wut an Unschuldigen, an wehrlosen Opfern aus. Wie darf man denn einem Ausländer begegnen, der einen anpöbelt? Mit Gegengewalt wohl nicht, doch wie dann? Die (auch historisch bedingte Zurückhaltung) wird einerseits als Schwäche ausgelegt, oft aber auch fälschlicherweise als Provokation. Man lässt sich hier viel von "Ausländern" gefallen, was man sich von "Deutschen" (Bzw. als solche zu erkennende) nicht gefallen lassen würde. Man schämt sich, man will schließlich nicht die selben Fehler machen wie zuvor, man will nicht rasistisch sein. Viele jugendliche "Ausländer" werden nichteinmal oder erst recht nicht von Erwachsenen (Deutschen) für etwaige Schandtaten gerügt, denn die "Deutschen" haben Angst, ihre durchaus berechtigten Reaktionen könnten als falsches Gedankengut interpretiert werden. Solange nicht jeder Mensch in diesem Land gleich behandelt wird im "Guten" wie im "Bösen" wird vielen "Ausländern" ein falsches Bild vermittelt und es ist nicht verwunderlich, dass diese Menschen Probleme mit ihrer Identität bekommen.
Wenn sich die Eltern nicht deutscher und deutscher Kinder zusammensetzen würden, wenn die "Deutsche Mutter" mit dem "Ausländer"-Freund ihres Kindes genauso schimpfen würde, wie die "Ausländer Mutter" mit ihren Kindern schimpft und umgekehrt, wenn schon früh in der Erziehung keine Unterschiede gemacht werden, erst dann wird auch im späteren Leben nicht mehr unterschieden, wo kein Unterschied gemacht werden soll.
Rassismus ist auch die unnötige Bevorteilung, diese Art von Rassismus hat sogar oft viel schwerwiegendere Folgen.
*Ich bitte das Wort Ausländer, welches absichtlich immer in Anführungszeichen steht, in diesem Post als eine Zusammenfassung aller Personen zu verstehen, die durch mangelnde Integration in die Gesellschaft Probleme mit ihrer Identität haben zu sehen.