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eifone fear oder ist gott krank?

groove-i.d

Seestermüher Zitronenapfel
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eifon fear – ist gott krank?

es ist ein bischen wie wenn man mit kumpels zusammen kommt, um das erste mal zu kiffen oder wenn man vom zehnmeterturm springen soll. man hat schiß davor, möchte es aber doch machen. man will schließlich dazugehören.

mit dem neuen iphone ist es im grund nicht anders. man hat angst, sich in unkosten zu stürzen und am ende funktioniert es dann nicht richtig, alle unkenrufer lachen einen aus und alle verteufelten warnmeldungen der medien und meldungen aus usercommunities erweisen sich als wahr, aber man will schließlich auch ein teil der begehrten gesellschaft sein. einmal nur die augen auf mich. bitte! ich hab’ doch auch eins.

wenn man aber erstmal vom zehner gesprungen, sich einen ruck gegeben hat, die tüte im wahrsten sinne des wortes nicht zum kotzen schmeckte, dann ist das irgendwie ein glückseliges gefühl. fast schon geil. dann sind wir dabei, gehören zum inneren kreis. die ringsum den beckenrand stehenden oder am lagerfeuer sitzenden, viel erfahreneren kollegen klatschen beifall.
endlich, ich gehöre dazu. dass manch einer sich vielleicht beim ach so behrezten sprung vom zehner dann beim aufprall so wehgetan hat, dass ihm eine rippenspannung flöten ging, das bezeichnen wir heute als kollateralschaden. muß man mit einplanen. teil des spiels.

das antennenproblem und der bewegungsensor für das halten am ohr muß man ebenso mit einplanen. nobody ist perfect. nicht mal herr jobs. macht ja auch nichts. gott ist schließlich auch nicht perfekt. der gab uns lust und emotionen. eine fiese prüfung gleichermaßen.
doch zurück zu dem „anderen gott“.
immerhin gibt er uns dieser tage gute anleitungen zum turmspringen und dem richtigen rauchen. er gibt lustig klingende und semantisch so was von irrsinnig anmutende erklärungen zum beheben des antennenproblems, dass wir beinahe schon wieder gewillt sind, diesen unsinn tatsächlich zu glauben. ich meine, es ist immerhin herr jobs. der hat das turmspringen quasi so was von lecker cool in szene gesetzt..., da muß also was dran sein an der erklärung.

ich übersetze diese eine anleitung mal wie folgt:
also, Ihr müsst das gerät beim telefonieren so mit abgespreizten fingern – moment – ja so müsst Ihr das halten. ups, jetzt habe ich fast nicht aufgepasst und fast wäre es ..., na ja. wo war ich? ach ja, die abgespreizten finger. nicht die ganze handfläche nutzen. es darf nicht locker aussehen und der handfläche ruhen, sich dort handschmeichlerisch einfügen. wäre ja auch doof. mit der neuen haltung fördert man zudem noch einen weiteren aspekt. man steigert seine alltägliche straßenattraktivität. dadurch, dass Du das gerät mit zwei gespreizten fingern hälst, kannst Du jetzt nicht nur ungehemmt und uneingeschränkt drauf los telefonieren – wie man es naturgegeben sowieso erwarten dürfte -, Du wirst auch mehr beachtet. das Telefon ist eben besser zu sehen durch diese sparsame anwendung Deiner extremitäten.

soweit zur frei übersetzten mitteilung jobs.

jobs, so könnte man meinen, gibt sich also als iphoneknigge. mit seinen „how to’s...“ führt er uns in eine bessere welt der haltung. nicht nur der inneren. das ist wirklich geil, weil herrlich anmaßend gottgleich.

ein bischen wie gott. so leicht von oben herab, aber immer noch sich fürsorglich um die schäfchen kümmernd. wie der bademeister am zehner, wirkt jobs, wenn er sich in am ende - so bei genauerem hinsehen - in derartigen pressemitteilungen versteigt und ernsthaft glaubt, wir würden glauben, das antennenproblem rührt von einem programmierungsfehler der signalanzeige her.
anyway: der bademeister war uns als kinder auch immer scheißegal.

bis er uns rausgeschmissen hat.

auf der anderen seite: viele glauben an gott, gehen in die kirche und ohne den bademeister wäre vielleicht schon so mancher ertrunken.
 

Juninho

Erdapfel
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Astrein geschrieben! Ironie kommt gut rüber ;) Und doch hast du Recht... Dein Beitrag hat mich umso mehr gestärkt, dem 3GS treu zu bleiben.

Keep it up!
 

Space Cowboy

Querina
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Beiträge
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guter beitrag, daumen hoch! :)

by the way: wer braucht schon eine shift-taste? wir sind ja nicht beim zentralabitur deutsch lk. die message ist angekommen, punkt.
 

catty4mac

Cox Orange
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Amazing, wonderful, incredible! Schön geschrieben und eine gute Portion Sarkasmus gefällt mir immer. Das wäre doch die Gelegenheit, wieder eine Kolumne einzuführen.
Aber dann mit Großbuchstaben ;)
 

markthenerd

Cellini
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:-D

Das kommt ganz auf das Seitental an.

Es kann durchaus auch "Dreei Dschih Ess" heissen.