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Druckerhersteller Monopol auf Druckerpatronen - wieso?

ImpCaligula

Stahls Winterprinz
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Servus...

mal eine Frage fürs Cafe. Ich werde mir einen neuen Drucker kaufen müssen und werde dabei wohl wieder auf ein Brother Modell zugreifen. Ich habe bereits an einem anderen Ort einen Brother Drucker im Betrieb und war überrascht, dass ich zum Betrieb mich gar nirgends registrieren musste. Und als ich letztens mir neue Tintenpatronen gekauft habe, konnte ich ganz normale NoName Patronen nehmen, ohne dass der Drucker irgendwelche zicken gemacht hat.

Ich hatte vor Monaten mal einen HP Drucker an einem weiteren Arbeitsplatz. Nicht nur, dass der HP Drucker andauernd wegen einer Registrierung genervt hat - die ich zwar verweigert hatte - aber dann der Drucker andauernd mit der Bitte genervt hat, man solle sich endlich registrieren.

Das schlimmste jedoch - daher hatte ich den Drucker nach kurzer Zeit auch wieder verkauft - der Drucker akzeptierte nur original HP Patronen. Die Verwendung anderer alternativen Patronen reagierte der Drucker mit kompletter Verweigerung weiterer Dienste.

Und dann habe ich eben noch den Epson WorkForce 3640 (siehe mein Zertifikats Problem Drucker Thread) - auch der ist nur mit Tricks dazu zu bewegen, alternative Patronen zu akzeptieren.

Nun meine Frage hier im Cafe.

Wieso dürfen die Druckerhersteller das?

Das wäre ja wie einen VW Golf kaufen - aber man darf als Käufer dann nur noch an teuren VW Tankstellen tanken, sonst stellt der Motor den Dienst ein.


Ich frage mich deswegen gerade - weil die Regierungen samt der EU doch immer jegliche Einschränkung und Monopolisierung gegenüber dem Verbraucher auf das schärfste bekämpfen. Microsoft darf sich nicht gegen andere Browser verweigern. Apple darf nicht seinen App Store abschotten. Oder sogar bei PKW Neuwagen darf der Neuwagen Service auch in freien Werkstätten gemacht werden - ohne dass der Hersteller die Gewährleistung oder Garantieversprechen einschränkt.


Wie zum Henker kommt HP eigentlich damit durch, dass der Verbraucher auf HP Patronen angewiesen ist - ansonsten stellt das Produkt den Betrieb ein? Wieso dürfen Drucker Hersteller bitte einen derartigen Bindungszwang zu ihren Verbrauchsgüter machen?
 

SomeUser

Schafnase
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Sie "dürfen" das, weil das bisher niemand ersthaft angegriffen hat. Unter der Annahme, dass ein rechtswidriges Verhalten vorliegt, kann dieses nunmal nur durch ein entsprechendes Urteil beendet werden. Und das "fällt" nicht aus der Luft, sondern bedarf eines betroffenen Klägers, der gegen ein solches Verhalten vorgeht. Du kannst ja auch zu schnell fahren oder jemanden die Nase brechen, obwohl es verboten ist. Ein Verbot hält dich nicht vom faktischen Handeln ab.

Mir ist nicht bekannt, dass es in den letzten Jahren einen Fall gab, bei dem ein betroffener da durch die Instanzen gegangen ist.
Zumal das Thema auch nicht gaaaanz trivial ist: HP verwendet ja in den Druckerpatronen verschiedene technische "Hilfsmittel". Die Funktionsfähigkeit wird dann durch Zusammewirken von Drucker und diesen "Hilfsmitteln" erreicht.
Diese "Hilfsmittel" haben aber eine gewisse technische Höhe, sodass sie von Drittherstellern nicht einfach übernommen werden können, da sie damit gegen IP verstoßen würden.
Dass der Drucker hingegen nur arbeitet, wenn er eine "passende" Patrone, mit den "Hilfsmitteln" erhält, ist auch nichts, was es nicht auch in anderen Bereichen gibt: Apples Security Enclave fängt da jetzt an ein Lied zu summen, bei dem Steuergeräte von Automobil-OEMs mit Einstimmen, Bauteile von John Deere Traktoren den Text schreiben und so weiter...
 
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ImpCaligula

Stahls Winterprinz
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SomeUser

Schafnase
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Habe dazu gerade folgendes auf die Schnelle gefunden:
https://www.heise.de/news/HP-Drucker-Firmware-Updates-blockieren-wieder-guenstige-Toner-9056387.html

Wobei Du da mit "ernsthaft" richtig liegst - was sind schon eine Sammelklage und eine Strafe von 1,5 Mio ? Das bezahlen die ja aus der Portokasse - bei den Umsätzen und Gewinnen für Tinte und Toner.

Ist kein Bereich, in dem ich die rechtlichen Auseinandersetzungen oder Rechtsprechungen wirklich aktiv beobachte, daher keine Ahnung, wie da die Entwicklungen sind. Aber es ist schon so: Wenn ich über x Jahre 100 Mio. mit solchen Maßnahmen verdiene, dann lass mich doch in einer Einigung einen Bruchteil für eine außergerichtliche Einigung zahlen. Per Saldo habe ich dann immer noch deutlich mehr verdient (und kann weiter machen), als wenn ich meine Marktanteile mit irgendwelchen Drittanbietern teilen muss.

Und man ist, wie oben dargestellt, ja sogar in guter Gesellschaft...
 
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m4371n

Auralia
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Das komplette Geschäftsmodell basiert darauf, das HP die Drucker billig verkauft, vermutlich nicht mal kostendeckend und dann an Toner/Tinte verdient. Und sich vor Gericht zu vergleichen, hilft vermutlich auch, das Geschäftsmodell aufrecht zu erhalten. Ein für HP negatives Urteil könnte sie vermutlich zwingen, generell Fremd-Toner/Tinte zuzulassen.

EU würde vermutlich erst dann eingreifen, wenn das ganze ein Monopol wäre und man keine Alternative zu HP's Geschäftsmodell hätte. Das ist aber wahrscheinlich beim Druckermarkt nicht der Fall. Und rein rechtlich ist vermutlich HPs "Sicherheits-" und "Qualitäts"-Argument auch nicht einfach zu widerlegen.
 
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DF0

Hibernal
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Das vermute ich auch mit dem Qualitäts- und Sicherheitsargument. Ich habe früher, bevor das mit den gechippten Patronen losging, oft mitbekommen, dass Drucker bald nach Fremdtintenpatronen-Einsatz den Geist aufgaben, nachdem fehlerhafte Drucke ausgegeben wurden. Ähnlich auch mit den nachgefüllten Patronen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein lukrativer Markt ist für Betrüger. Und für den Kunden ist der Zusammenhang mit den Patronen oft nicht klar, wenn die Fehlermeldung nachher auf einen defekten Druckkopf hinweist, der aber durch minderwertige Tinte entstanden ist. Den Schaden hat dann trotzdem der Druckerhersteller. Beim Auto betanken ist das ja was anderes. Panschende Tankstellen werden nicht allzu lange am Markt bleiben, wenn das auffällt.
 

Ducatisti

Lambertine
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Man kann zumindest den Kauf solcher Geräte meiden,aber mit dem günstigen Preis wird halt gelockt,zumindest die unwissende Kundschaft,wer das einmal hatte,lässt ja meist die Finger davon