Dann will ich auch mal was hierzu schreiben ... zu mir selbst brauche ich mit meinem Nickname wohl nichts zu sagen, wiewohl viele Menschen, wenn es um Bonobos geht, zu sehr auf den Sex fixiert sind (naja, was Wunder, bei den meist religioes induzierten Verklemmungen!). Die Bonobos loesen Konflikte durch Spiel, Zaertlichkeit und Sex, vielleicht ist diese Reihenfolge leichter verstaendlich?
Aber was ich eigentlich schreiben will, um diesem Thread wieder etwas mehr Ernsthaftigkeit einzuimpfen ...
Polyamorie ist das Wort. Es geht naemlich nicht darum, mit wievielen Leuten man kopuliert, sondern wie (und nicht wieviele) man liebt. Dass man ueberhaupt liebt. Und Bedingungen sind dabei nicht gut ...
M.E. liebt es sich viel freier und unbelasteter (und ich sage bewusst nicht "verantwortungsloser" oder "unverbindlicher"), wenn man nicht das Gefuehl hat, man koenne eine Beziehung "verlieren" etc., Authentizitaet fuehrt nicht irgendwann zu Liebesverlust/Liebesentzug, wie es in der Mehrheit der Liebesbeziehungen der Fall ist und war, die ich beobachtet oder erlebt habe.
Beim Begriff Polygamie (Polygynie: Mann liebt mehrere Frauen, Polyandrie: Frau liebt mehrere Maenner) geht's letztlich auch nur um eheaehnliche Verhaeltnisse mit Abhaengigkeiten und traditionellen und irrationalen Zwaengen ... vor allem geht's dabei um Sexualitaet.
Bei Polyamorie hingegen geht es in erster Linie um Liebe und Liebesfaehigkeit, um Verbindlichkeit, Vertrauen, und da liegen Zaertlichkeit und Sex oft nahe, sind aber keinesfalls Bedingung -- Sex als Bedingung, diese Knute gibt's nur in herkoemmlichen Beziehungen und Ehen.
Ich kenne immer mehr Frauen und Maenner, die polyamorisch leben -- Eifersucht wird immer weniger notwendig, wenn Menschen lernen, sich zu holen, was sie brauchen und wenn sie wissen, dass sie bekommen, was sie brauchen. Dann koennen sie andere auch lassen.
Eifersucht kommt vom ungestillten Hunger. Stell Dir vor, es gibt genug zu essen ...