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In letzter Zeit und vor allem nachdem in der letzten Woche plötzlich die iOS 7.1-Beta vor den Entwickler-Türen stand, machen vermehrt Gerüchte und News um einen kommenden Jailbreak die Runde. Für iPhone-Nutzer der ersten Stunde ist das mittlerweile ein alter Hut. Jedoch gibt es, wie vor jedem neuen Befreiungsschlag, Apple-Nutzer, für die das Ganze mit böhmischen Dörfern gleichzusetzen ist. Entweder ist die Begrifflichkeit völlig neu oder bewegt sich in einer Grauzone die es bisher lieber nicht zu betreten galt. Für all jene möchten wir an dieser Stelle etwas Licht ins Dunkle bringen.[PRBREAK][/PRBREAK]
Bild via weblogit.net
Was ist ein Jailbreak?
Unter einem Jailbreak darf man hier wortwörtlich einen Ausbruch aus dem Gefängnis verstehen – Ein Entsagen von den Fesseln des Herstellers, welcher hier bekanntermaßen Apple heißt. Der Konzern aus Cupertino verstand es seit Erscheinen des ersten iPhones seinen Benutzern ein geschlossenes System zur Verfügung zu stellen, gefeit vor Schadsoftware und Zugriffen von außen.
Doch wer das eine will, muss das andere mögen. Einhergehend mit der Sicherheit und einem störungsfreien Betrieb wurde auch die Freiheit aller Nutzer erheblich eingeschränkt. Mag dies in den Anfangsjahren lediglich einem geringen Teil von Hardcore-Usern aufs Gemüt geschlagen sein, so dürften sich seit der dritten Generation des iPhones und aufkeimenden Konkurrenzprodukten aus dem Hause Samsung und HTC deutlich mehr Nutzer angesprochen fühlen. Vor allem Geräte mit Android-Betriebssystem lassen den Nutzern seither weitestgehend Narren-Freiheit im Umgang mit ihren Geräten.
Apple bleibt derweilen seiner Linie treu und bekommt alljährliche Bestätigung durch immer neue Verkaufsrekorde. Doch mit der Zahl der Nutzer stieg auch die Zahl jener, welche sich eben diese Freiheit auch bei Ihrem iPhone oder iPad wünschten, um außerhalb von iTunes und App Store die digitale Medienlandschaft zu erkunden. Die Stunde des Jailbreaks war gekommen – Eine Möglichkeit es der Konkurrenz-Software gleichzutun und sein Gerät der digitalen Welt zu öffnen. Anfangs eines Schattenaseins fristend, wuchs der Jailbreak mit seinen Möglichkeiten und verzeichnete in den kommenden Jahren einen enormen Zuwachs an Anwendern und an Akzeptanz.
Wie funktioniert ein Jailbreak?
Umgangssprachlich ist ein Jailbreak „auf“ einem Gerät. Jedoch ist es vielmehr ein komplexer Prozess, der die Sperren im Inneren der Hard- und Software eines iDevices, welche bisher einen externen Zugriff auf das System verhindert haben, aushebelt. Anfängliche Jailbreaks waren hinreichend schwierig, als dass sie nur von wenigen ausgeführt wurden. Neben schwieriger Durchführung des eigentlichen Befreiungs-Prozesses standen auch damit mögliche Anwendungen noch in den Kinderschuhen.
Jedoch wurde der Prozess schnell benutzerfreundlicher. Man schloss das iPhone an den Computer an, startete eine kleine Anwendung und hatte einige Schritte zu befolgen, wie z.B. den Home-Button und die Stand-By-Taste in bestimmter Reihenfolge, über bestimmte Zeitinterwalle hinweg, zu betätigen. Dieser Prozess wurde dahingehend vereinfacht, dass zum Befreien nur noch das Drücken einer einzigen Schaltfläche auf dem Computer nötig war und man den Rest-Vorgang die nächsten 20-30 Sekunden sich selbst überlassen konnte. Auch eine Variante, für die es nicht einmal nötig war das iPhone mit dem Computer zu verbinden, sondern es stattdessen über das Besuchen einer bestimmten Homepage zu jailbreaken, konnte entwickelt werden.
Die Jailbreaks der letzten Generation waren demnach ein Kinderspiel und tatsächlich lächerlich einfach durchzuführen. Eine Anleitung zur aktuellen Durchführung eines Jailbreaks für ältere Geräte und Software-Versionen findet man in der Regel nach kurzer Suche im Internet oder in einschlägigen Foren. Ein Jailbreak-Tool ist immer kostenlos! Man sollte also nicht auf dubiosen Seiten dafür bezahlen.
Was kommt nach dem Jailbreak?
Hat mein sein iPhone oder iPad nun der Befreiungsprozedur unterzogen, so gibt es nicht nur Veränderungen im Dateisystem. Auch geben die Tool-Entwickler allen Jailbreak-Nutzern eine verwendbare Oberfläche. Gibt es seit dem ersten iPhone mehrere einzelne Hacker oder auch Gruppen welche solch ein Befreiungswerkzeug kreiert haben, so hat sich lediglich das Programm Cydia als nutzbare Oberfläche für Folge-Anwendungen eines Jailbreaks durchgesetzt. Auch wenn es anfangs ein bis zwei alternative Plattformen gab, so ist Cydia die am weitesten entwickelte und am besten auf den End-Nutzer zugeschnittene, um alle Vorzüge eines befreiten iOS auszunutzen.
Hat man einen Jailbreak durchgeführt wird heutzutage, in der Regel nach einem Neustart des Geräts, ein neues Icon auf dem Bildschirm auftauchen. Das Cydia genannte und von Jay Freeman aka Saurik entwickelte Programm stellt hier ein Pendant zu dem schon vorhandenen App Store dar. Denn ähnlich wie in Apples virtuellem Einkaufsladen könnt ihr auch hier aus einer Vielzahl von Programmen auswählen, welche von zahlreichen Entwicklern eigens für euer iDevice geschrieben wurden. Hier tummeln sich unzählige sogenannte Apps, Themes, Tweaks, Tools, Mods und Bugfixes, welche man im App Store vergebens suchen würde. So findet ihr von wichtigen Zusatzdiensten, über Designveränderungen, bis hin zu unnötigem Spielereien unzählige Möglichkeiten, euer iPhone oder iPad zu verändern oder zu ver(schlimm)bessern. Einmal ausgesucht, installiert Cydia das Programm automatisch auf eurem Gerät und hält euch mit der Aktualität auf dem Laufenden.
Da wir hier von einem Marktplatz sprechen, welcher keiner Autorität unterliegt und als Schnittstelle zu bekannten, wie auch unbekannten Quellen aus dem Internet dient, sei an dieser Stelle Vorsicht geboten. Neben vielen nützlichen Dingen ist es nun auch möglich, euer Gerät schädlicher Software und unausgereiften Entwicklungen, welche euer System unnötig verlangsamen oder Bugs hervorrufen können, auszusetzen. Man sollte sich hier in einschlägigen Foren belesen um vertrauenswürdige Quellen herauszufiltern, welche man seiner Liste bedenkenlos hinzufügen kann. Populäre Erweiterungen, wie auch bereits in Cydia vorinstallierte Quellen, sind hingegen meist von bekannten Größen der Szene selbst entwickelt worden und einem gewissen Ehrenkodex unterliegend, bis zu einem bestimmten Grad als sicher einzustufen.
Konkret hatte man durch einen Jailbreak nun die Möglichkeit, Dinge wie ein Notification-Center, eine Schnellstartleiste für WLAN und Bluetooth, Bilder in der Kontakte-App oder ganz individuelle Designs seinem Gerät hinzuzufügen. Man konnte in der Vergangenheit immer wieder feststellen wie Apple an vielen Ideen der Jailbreak-Szene Interesse zeigte und diese in zukünftigen iOS-Versionen, zu Gunsten aller Anwender, auch umsetzte. So haben viele Schlüssel-Anwendungen aus dem Cydia-Store in den letzten Jahren auch ihren Weg auf das offizielle iOS gefunden und führten meist zu nachhaltigen Verbesserungen von Apples mobilem Betriebssystem. Daraus resultiert jedoch auch die immer größer werdende Frage nach dem Nutzen von kommenden Jailbreak-Generationen.

Bild via iphone-ticker.de
Wozu benötige ich einen Jailbreak?
Ist man zufrieden mit seinem iPhone oder iPad, heißt die Antwort wohl: Gar nicht! Vermisst man jedoch die ein oder andere Finesse könnte man außerhalb der Apple-Mauern tatsächlich fündig werden. Für fast jeden Individualisierungswunsch seines iDevices gibt es ein Tool das diesen möglich macht. Zu Zeiten, in denen ein iPhone noch aus einem schwarzen Hintergrund mit ein paar Bildchen davor – den offiziellen Apps –bestand und ansonsten gerade einmal mit einer Hand voll an Einstellungsmöglichkeiten aufwarten konnte, war das Interesse an einem Jailbreak wesentlich höher.
Hier hat Apple über die Jahre dazugelernt und eine Menge an Features, welche es jedoch schon lange auf gejailbreakten Geräten gab, nachgereicht. So scheint es heute auf den ersten Blick schwer noch etwas Nützliches zu finden, was eine Verbesserung hervorbringt. Nach etwas Recherche dürfte dennoch für fast jeden etwas dabei sein um seinem täglichen Begleiter etwas Neues mit auf den Weg zu geben. Hier gilt es lediglich Nutzen und Aufwand eines Jailbreaks abzuwägen. Wer sich hier vorher Gedanken macht was konkret er von diesem Prozess erwartet, und welche Zusatzfunktionen er nutzen möchte, fällt sicher die bessere Entscheidung.
Ist ein Jailbreak mit jedem Gerät möglich?
Nein! Die Möglichkeit des Jailbreaks ist in der Regel immer abhängig von der Hardware, also dem Gerät selbst, und der darauf installierten Software. So ist ein Jailbreak der aktuellen iOS-Version und des iPhone 5s derzeit (noch) nicht möglich. Nach Erscheinen von iOS 7.1 rechnet man jedoch mit einem Durchbruch und neuen Tools von Seiten der Entwickler-Szene. Es ist letztlich ein jährliches Katz- und Maus-Spiel. Bringt die Szene ein neues Jailbreak-Tool heraus, hinter dem – soviel sei gesagt – eine Menge Arbeit steht, wird Apple mit dem nächsten Major-Update seiner mobilen Software oder dem Erscheinen einer neuen Geräte-Generation etwaige Sicherheitslücken wieder schließen und ein vorhandenes Jailbreak-Tool vor verschlossene Türen stellen. Es gibt jedoch noch frühere Geräte-Versionen bzw. Geräte-Software-Kombinationen, welche auch derzeit ohne Probleme gejailbreakt werden können.
Zudem muss man in Zusammenhang mit den möglichen Geräten und iOS-Versionen, welche sich für einen Jailbreak eignen, zwischen einem tethered und einem untethered Jailbreak unterscheiden. Der untethered Jailbreak ist die vollendete Version der Befreiung welche dauerhaft ist, so lange das Gerät nicht von einer neuen iOS-Version, welche keinen Jailbreak mehr zulässt, geupdated wird. In diesem Fall haben die Entwickler eine Möglichkeit gefunden den Boot-Loader zu ersetzen oder zu täuschen um einen Jailbreak haltbar zu machen. Das Gerät führt quasi bei jedem Neustart einen eigenständigen Jailbreak durch. Im Falle des tethered Jailbreak ist dieser nur aufgrund einer Lücke im Kernel, welcher folglich gepached wird durchzuführen und verfällt nach dem ersten Ausschalten des Geräts. Hier muss die Prozedur des Jailbreaks bei jedem Neustart oder einem leerem Akku erneut durchgeführt werden, auch da ein normales Booten in diesem Zustand nicht mehr möglich ist. Daher ist diese Version möglichst nicht zu verwenden und nur für Entwickler oder hartgesottene Neugierige zu gebrauchen. Ein dritte semi-tethered Variante beschreibt einen Zustand in dem das iPhone oder iPad nach einem Neustart zwar booten kann, aber keinen Zugriff auf Cydia oder dadurch hinzugefügte Programme mehr hat.
Zur Beantwortung der Frage nach potentiell jailbreakbaren Geräten darf auch der Apple TV nicht vergessen werden. Die Set-Top-Box, welche euch Apple-Feeling auf das heimische TV-Gerät bringt, kann bisweilen bis zur zweiten Version (Apple TV 2) entfesselt werden. Hier sucht man allerding vergebens nach benutzerfreundlicher Software à la Cydia, was das Installieren von Fremd-Software zu einem sehr steinigen Weg werden lässt.
Folgen des Jailbreaks?
Ein Jailbreak ist entgegen vieler Meinungen nicht illegal. Da der Jailbreak an sich nur euer eigenes Device betrifft und keinerlei Anwendungen installiert, welche strafbar wären, ist er es auch nicht. Anders kann es sich mit Programmen verhalten, welche durch ihn eingespielt werden können. So sind Anwendungen zur Veränderung eures iPhones oder iPads solange nicht illegal, so lange sie keine Datenschutzrichtlinien, Urheberrechte oder dergleichen verletzen.
Jedoch sind auch Programme zugänglich, welche eben diese verletzen können. Hier gilt es also vorher abzuwägen welche Zusatzfunktionen man nutzen möchte. Das Installieren nicht autorisierter Software kann zudem zu einem temporären Leistungsverlust des Geräts führen, indem sie den Akku stärker belastet oder das System ausbremst, wodurch euer iPhone langsamer wird. Anzuraten ist sich behutsam in die Materie einzuarbeiten, um etwaigen Leistungsverlusten oder Total-Ausfällen vorzubeugen. Folge eines aktiven Jailbreaks, und erheblicher Nachteil ist bisweilen zudem der Garantieverlust seitens Apple. Ein Glücksumstand, dass selbige uns die Wiederherstellungsfunktion eines iPhones oder iPads zur Verfügung stellen, wodurch ein früherer Jailbreak rückgängig zu machen und quasi nicht mehr nachzuvollziehen ist.
Fazit:
Abzuwägen, ob ein Jailbreak nun sinnvoll ist oder nicht, bleibt schließlich jedem selbst überlassen. Interessante Materie für die, die sich dafür interessieren und Apples Mikrokosmos ein wenig entrücken möchten ist es allemal. Ob der Stellenwert eines kommenden Jailbreaks denselben wie die Früheren haben wird, bleibt jedoch abzuwarten. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Ihr seid gefragt: Habt ihr euer iPhone oder iPad schon einmal gejailbreakt? Habt ihr vor eure iDevices von den Fesseln zu befreien sobald eine neue Möglichkeit gegeben ist? Was haltet ihr von einem Jailbreak und/oder Apples geschlossener Software-Politik?

Was ist ein Jailbreak?
Unter einem Jailbreak darf man hier wortwörtlich einen Ausbruch aus dem Gefängnis verstehen – Ein Entsagen von den Fesseln des Herstellers, welcher hier bekanntermaßen Apple heißt. Der Konzern aus Cupertino verstand es seit Erscheinen des ersten iPhones seinen Benutzern ein geschlossenes System zur Verfügung zu stellen, gefeit vor Schadsoftware und Zugriffen von außen.
Doch wer das eine will, muss das andere mögen. Einhergehend mit der Sicherheit und einem störungsfreien Betrieb wurde auch die Freiheit aller Nutzer erheblich eingeschränkt. Mag dies in den Anfangsjahren lediglich einem geringen Teil von Hardcore-Usern aufs Gemüt geschlagen sein, so dürften sich seit der dritten Generation des iPhones und aufkeimenden Konkurrenzprodukten aus dem Hause Samsung und HTC deutlich mehr Nutzer angesprochen fühlen. Vor allem Geräte mit Android-Betriebssystem lassen den Nutzern seither weitestgehend Narren-Freiheit im Umgang mit ihren Geräten.
Apple bleibt derweilen seiner Linie treu und bekommt alljährliche Bestätigung durch immer neue Verkaufsrekorde. Doch mit der Zahl der Nutzer stieg auch die Zahl jener, welche sich eben diese Freiheit auch bei Ihrem iPhone oder iPad wünschten, um außerhalb von iTunes und App Store die digitale Medienlandschaft zu erkunden. Die Stunde des Jailbreaks war gekommen – Eine Möglichkeit es der Konkurrenz-Software gleichzutun und sein Gerät der digitalen Welt zu öffnen. Anfangs eines Schattenaseins fristend, wuchs der Jailbreak mit seinen Möglichkeiten und verzeichnete in den kommenden Jahren einen enormen Zuwachs an Anwendern und an Akzeptanz.
Wie funktioniert ein Jailbreak?
Umgangssprachlich ist ein Jailbreak „auf“ einem Gerät. Jedoch ist es vielmehr ein komplexer Prozess, der die Sperren im Inneren der Hard- und Software eines iDevices, welche bisher einen externen Zugriff auf das System verhindert haben, aushebelt. Anfängliche Jailbreaks waren hinreichend schwierig, als dass sie nur von wenigen ausgeführt wurden. Neben schwieriger Durchführung des eigentlichen Befreiungs-Prozesses standen auch damit mögliche Anwendungen noch in den Kinderschuhen.
Jedoch wurde der Prozess schnell benutzerfreundlicher. Man schloss das iPhone an den Computer an, startete eine kleine Anwendung und hatte einige Schritte zu befolgen, wie z.B. den Home-Button und die Stand-By-Taste in bestimmter Reihenfolge, über bestimmte Zeitinterwalle hinweg, zu betätigen. Dieser Prozess wurde dahingehend vereinfacht, dass zum Befreien nur noch das Drücken einer einzigen Schaltfläche auf dem Computer nötig war und man den Rest-Vorgang die nächsten 20-30 Sekunden sich selbst überlassen konnte. Auch eine Variante, für die es nicht einmal nötig war das iPhone mit dem Computer zu verbinden, sondern es stattdessen über das Besuchen einer bestimmten Homepage zu jailbreaken, konnte entwickelt werden.
Die Jailbreaks der letzten Generation waren demnach ein Kinderspiel und tatsächlich lächerlich einfach durchzuführen. Eine Anleitung zur aktuellen Durchführung eines Jailbreaks für ältere Geräte und Software-Versionen findet man in der Regel nach kurzer Suche im Internet oder in einschlägigen Foren. Ein Jailbreak-Tool ist immer kostenlos! Man sollte also nicht auf dubiosen Seiten dafür bezahlen.
Was kommt nach dem Jailbreak?
Hat mein sein iPhone oder iPad nun der Befreiungsprozedur unterzogen, so gibt es nicht nur Veränderungen im Dateisystem. Auch geben die Tool-Entwickler allen Jailbreak-Nutzern eine verwendbare Oberfläche. Gibt es seit dem ersten iPhone mehrere einzelne Hacker oder auch Gruppen welche solch ein Befreiungswerkzeug kreiert haben, so hat sich lediglich das Programm Cydia als nutzbare Oberfläche für Folge-Anwendungen eines Jailbreaks durchgesetzt. Auch wenn es anfangs ein bis zwei alternative Plattformen gab, so ist Cydia die am weitesten entwickelte und am besten auf den End-Nutzer zugeschnittene, um alle Vorzüge eines befreiten iOS auszunutzen.

Da wir hier von einem Marktplatz sprechen, welcher keiner Autorität unterliegt und als Schnittstelle zu bekannten, wie auch unbekannten Quellen aus dem Internet dient, sei an dieser Stelle Vorsicht geboten. Neben vielen nützlichen Dingen ist es nun auch möglich, euer Gerät schädlicher Software und unausgereiften Entwicklungen, welche euer System unnötig verlangsamen oder Bugs hervorrufen können, auszusetzen. Man sollte sich hier in einschlägigen Foren belesen um vertrauenswürdige Quellen herauszufiltern, welche man seiner Liste bedenkenlos hinzufügen kann. Populäre Erweiterungen, wie auch bereits in Cydia vorinstallierte Quellen, sind hingegen meist von bekannten Größen der Szene selbst entwickelt worden und einem gewissen Ehrenkodex unterliegend, bis zu einem bestimmten Grad als sicher einzustufen.
Konkret hatte man durch einen Jailbreak nun die Möglichkeit, Dinge wie ein Notification-Center, eine Schnellstartleiste für WLAN und Bluetooth, Bilder in der Kontakte-App oder ganz individuelle Designs seinem Gerät hinzuzufügen. Man konnte in der Vergangenheit immer wieder feststellen wie Apple an vielen Ideen der Jailbreak-Szene Interesse zeigte und diese in zukünftigen iOS-Versionen, zu Gunsten aller Anwender, auch umsetzte. So haben viele Schlüssel-Anwendungen aus dem Cydia-Store in den letzten Jahren auch ihren Weg auf das offizielle iOS gefunden und führten meist zu nachhaltigen Verbesserungen von Apples mobilem Betriebssystem. Daraus resultiert jedoch auch die immer größer werdende Frage nach dem Nutzen von kommenden Jailbreak-Generationen.

Bild via iphone-ticker.de
Wozu benötige ich einen Jailbreak?
Ist man zufrieden mit seinem iPhone oder iPad, heißt die Antwort wohl: Gar nicht! Vermisst man jedoch die ein oder andere Finesse könnte man außerhalb der Apple-Mauern tatsächlich fündig werden. Für fast jeden Individualisierungswunsch seines iDevices gibt es ein Tool das diesen möglich macht. Zu Zeiten, in denen ein iPhone noch aus einem schwarzen Hintergrund mit ein paar Bildchen davor – den offiziellen Apps –bestand und ansonsten gerade einmal mit einer Hand voll an Einstellungsmöglichkeiten aufwarten konnte, war das Interesse an einem Jailbreak wesentlich höher.
Hier hat Apple über die Jahre dazugelernt und eine Menge an Features, welche es jedoch schon lange auf gejailbreakten Geräten gab, nachgereicht. So scheint es heute auf den ersten Blick schwer noch etwas Nützliches zu finden, was eine Verbesserung hervorbringt. Nach etwas Recherche dürfte dennoch für fast jeden etwas dabei sein um seinem täglichen Begleiter etwas Neues mit auf den Weg zu geben. Hier gilt es lediglich Nutzen und Aufwand eines Jailbreaks abzuwägen. Wer sich hier vorher Gedanken macht was konkret er von diesem Prozess erwartet, und welche Zusatzfunktionen er nutzen möchte, fällt sicher die bessere Entscheidung.
Ist ein Jailbreak mit jedem Gerät möglich?
Nein! Die Möglichkeit des Jailbreaks ist in der Regel immer abhängig von der Hardware, also dem Gerät selbst, und der darauf installierten Software. So ist ein Jailbreak der aktuellen iOS-Version und des iPhone 5s derzeit (noch) nicht möglich. Nach Erscheinen von iOS 7.1 rechnet man jedoch mit einem Durchbruch und neuen Tools von Seiten der Entwickler-Szene. Es ist letztlich ein jährliches Katz- und Maus-Spiel. Bringt die Szene ein neues Jailbreak-Tool heraus, hinter dem – soviel sei gesagt – eine Menge Arbeit steht, wird Apple mit dem nächsten Major-Update seiner mobilen Software oder dem Erscheinen einer neuen Geräte-Generation etwaige Sicherheitslücken wieder schließen und ein vorhandenes Jailbreak-Tool vor verschlossene Türen stellen. Es gibt jedoch noch frühere Geräte-Versionen bzw. Geräte-Software-Kombinationen, welche auch derzeit ohne Probleme gejailbreakt werden können.
Zudem muss man in Zusammenhang mit den möglichen Geräten und iOS-Versionen, welche sich für einen Jailbreak eignen, zwischen einem tethered und einem untethered Jailbreak unterscheiden. Der untethered Jailbreak ist die vollendete Version der Befreiung welche dauerhaft ist, so lange das Gerät nicht von einer neuen iOS-Version, welche keinen Jailbreak mehr zulässt, geupdated wird. In diesem Fall haben die Entwickler eine Möglichkeit gefunden den Boot-Loader zu ersetzen oder zu täuschen um einen Jailbreak haltbar zu machen. Das Gerät führt quasi bei jedem Neustart einen eigenständigen Jailbreak durch. Im Falle des tethered Jailbreak ist dieser nur aufgrund einer Lücke im Kernel, welcher folglich gepached wird durchzuführen und verfällt nach dem ersten Ausschalten des Geräts. Hier muss die Prozedur des Jailbreaks bei jedem Neustart oder einem leerem Akku erneut durchgeführt werden, auch da ein normales Booten in diesem Zustand nicht mehr möglich ist. Daher ist diese Version möglichst nicht zu verwenden und nur für Entwickler oder hartgesottene Neugierige zu gebrauchen. Ein dritte semi-tethered Variante beschreibt einen Zustand in dem das iPhone oder iPad nach einem Neustart zwar booten kann, aber keinen Zugriff auf Cydia oder dadurch hinzugefügte Programme mehr hat.
Zur Beantwortung der Frage nach potentiell jailbreakbaren Geräten darf auch der Apple TV nicht vergessen werden. Die Set-Top-Box, welche euch Apple-Feeling auf das heimische TV-Gerät bringt, kann bisweilen bis zur zweiten Version (Apple TV 2) entfesselt werden. Hier sucht man allerding vergebens nach benutzerfreundlicher Software à la Cydia, was das Installieren von Fremd-Software zu einem sehr steinigen Weg werden lässt.
Folgen des Jailbreaks?
Ein Jailbreak ist entgegen vieler Meinungen nicht illegal. Da der Jailbreak an sich nur euer eigenes Device betrifft und keinerlei Anwendungen installiert, welche strafbar wären, ist er es auch nicht. Anders kann es sich mit Programmen verhalten, welche durch ihn eingespielt werden können. So sind Anwendungen zur Veränderung eures iPhones oder iPads solange nicht illegal, so lange sie keine Datenschutzrichtlinien, Urheberrechte oder dergleichen verletzen.
Jedoch sind auch Programme zugänglich, welche eben diese verletzen können. Hier gilt es also vorher abzuwägen welche Zusatzfunktionen man nutzen möchte. Das Installieren nicht autorisierter Software kann zudem zu einem temporären Leistungsverlust des Geräts führen, indem sie den Akku stärker belastet oder das System ausbremst, wodurch euer iPhone langsamer wird. Anzuraten ist sich behutsam in die Materie einzuarbeiten, um etwaigen Leistungsverlusten oder Total-Ausfällen vorzubeugen. Folge eines aktiven Jailbreaks, und erheblicher Nachteil ist bisweilen zudem der Garantieverlust seitens Apple. Ein Glücksumstand, dass selbige uns die Wiederherstellungsfunktion eines iPhones oder iPads zur Verfügung stellen, wodurch ein früherer Jailbreak rückgängig zu machen und quasi nicht mehr nachzuvollziehen ist.
Fazit:
Abzuwägen, ob ein Jailbreak nun sinnvoll ist oder nicht, bleibt schließlich jedem selbst überlassen. Interessante Materie für die, die sich dafür interessieren und Apples Mikrokosmos ein wenig entrücken möchten ist es allemal. Ob der Stellenwert eines kommenden Jailbreaks denselben wie die Früheren haben wird, bleibt jedoch abzuwarten. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Ihr seid gefragt: Habt ihr euer iPhone oder iPad schon einmal gejailbreakt? Habt ihr vor eure iDevices von den Fesseln zu befreien sobald eine neue Möglichkeit gegeben ist? Was haltet ihr von einem Jailbreak und/oder Apples geschlossener Software-Politik?
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