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Dear Appletalker,
do you think different?
Wortwörtlich gehört diese rhetorische Glanzleistung durchaus zu den historischen Fragen, die ein Computerhersteller jemals gestellt hat. Was passiert eigentlich in einem User, wenn er den Versuch startet und "unterschiedlich" denkt? Schläft er nachts besser? Hebt diese Herausforderung sein Lebensgefühl? Kann er sich sicher sein, dass seine Gedanken freier sind als die eines Anderen, Nicht-Unterschiedlich-Denkers? Trocknen seine Schäfchen, da von Haus aus impregniert, schneller? Warum nicht…? Schön wäre es! In der heutigen Apfelschau beschäftige ich mich mit diesem Thema.
Vorsicht SchafX!
oder, die wilde Raubtieraktualisierung.
Die Umgebung: Eine weite Weide auf einem Apple-Computer.
Der Ermittler schaut ungläubig auf eine Herde Schafe. Er traut seinen Augen nicht, denn ein solches Verhalten hat er bisher noch nicht gesehen. Da liegen sie und machen keine anstalten ihrer täglichen Bestimmung nachzugehen. Grasen, blöcken und sich gelegentlich ihrer Rangordnung zu versichern. Nichts dergleichen…
Der Ermittler könnte meinen es handele sich dabei um einen kollektiven Identitätsverlust. Einige Schafe sitzen gar auf Bäumen, andere schnurren vor sich hin. Der Schäferhund und der Schäfer haben sich, in gebührenden Abstand, auf einen Hochstand verzogen, in dem auch der Ermittler, bis ins Mark irritiert, auf die verzwickte Situation herab blickt.
Der Schäfer beteuert, er habe diese Herde erst vor zwei Wochen von einem Händler aus dem fernen Kalifornien bezogen. Hier eingetroffen brauchte er lediglich die Verriegelung des Containers zu öffnen und die Schafe auf seine Weide laufen zu lassen. Soweit hatte der Schäfer es so gemacht wie er es von seinem Vater, seinem Grossvater und Urgrossvater gelernt hatte. Die ersten Bedenken kamen ihm aber als sein Schäferhund jaulend, mit einigen tiefen Schrammen, fluchtartig zu ihm gelaufen kam und sich hinter ihm versteckte. Das hatte er noch nie erlebt.
Als nächstes, berichtete der Schäfer, sei er vorsichtig zu den Schafen hingegangen, seinen Hirtenstab energisch nach vorne ausladend, um sich die Lage aus der Nähe anzusehen. Eines der Schafe, das ihm am nächsten lag, richtete sich, ganz ungewöhnlich für ein Schaf, von den Vorderbeinen her auf und drehte seinen Kopf von unten her in die Richtung des Schäfers. Es legte seine Ohren flach nach hinten und gab einen Laut von sich der dem Schäfer mehr oder weniger signalisierte sich schnell und ohne grossen Widerstand aus dem Staub zu machen. Aber was ein guter Schäfer ist gibt nicht so schnell nach und so ignorierte er seine steil aufragenden Nackenhaare und ging um das Schaf herum. Ihm vielen sofort die untypischen, recht langen und spitzen, aus dem Maul herausragenden Eckzähne auf. In der Beschreibung des Händlers, so konnte er sich wohl erinnern, war von einer solchen Eigenheit nicht die Rede gewesen. Auch das Knurren während seiner Begutachtung hatte er nicht in Erinnerung. In dem Angebot - und der Preis für die Herde war wahrlich ein Schnäppchen - stand:
Think different!
Flock of Sheep
Verry rich black wools
Easy to hold gregarious animal
To feed with bamboo gras, casually meat and
to become second nature to so.
Race: Ovis Panthera pardus
Clumber californication omophagia
Genlock: 10.5
Prize: 120 US$ per Sheep
Der Schäfer, als fachkundiger Nutztierbauer, in der Umgebung durchaus geachtet und beliebt, dachte in der Tat, es wäre doch nicht verkehrt etwas so vielversprechendes auszuprobieren, schlug in den Handel ein und freute sich schon sehr auf seinen Erwerb. Aber was ihm nun da die Weide besiedelte konnte er beim besten Wissen nicht zuordnen. Dem Schäferhund und dem Ermittler ging es nicht weniger ähnlich.
Die Stunden vergingen und die drei ratlosen Gestalten verharrten in eisigem Schweigen, die Stirn in hochauflösendes Denken gezogen, mit Blick auf eine recht kontroverse Lage gerichtet. Einige Schafe hatten sogar den Versuch gestartet den Hochstand zu erklimmen. Bei dem Anblick der schafen Krallen, völlig untypisch für diese Tiere die sich in die 8 Meter hohen Holzbalken des Hochstandes hieben, überkam den Schäfer der blanke Horror. Zum Glück fand er heraus, dass Wasser die Tiere in die Flucht schlagen konnte. Jedoch war der Wasservorat begrenzt und so mussten sich der Schäfer und der Ermittler über kurz oder noch besser schneller etwas einfallen lassen. Ihnen war bei dem Anblick nicht wohl gewesen, dass sich beim Auftauchen einiger Kaninchen auf der Weide, mehrere Schafe sogleich in eine für Schafe ebenso unwirkliche Position des anpirschens begaben, um nach wenigen Minuten alle Kaninchen erlegt zu haben. Das Blut an den Eckzähnen leuchtete grell in dem satten Grün der Weide. Die über die ganze Weide verstreuten Herbstäpfel im Gras wurden von den Schafen übersehen. Wo doch jedes Kind weiss, dass Äpfel eine wahre Delikatesse auf dem Speiseplan von Schafen stehen. Das nackte Grauen in Schafform! Was waren das für Schafe?
Es war bereits spät am Nachmittag. Die Sonne lugte zwischen einem entfernten Birkenwälchen hervor. Langsam hoben bereits die ersten Bodennebel an und liesen die Schafe bis zur Hälfte darin verschwinden. Der Ermittler war beunruhigt. Der Schäfer zückte sein iSchafhüter-Phone, welches er als Zugabe zu seinem Schaferwerb erhalten hatte. Resigniert schaute er zuerst auf den Ermittler, dann auf den Hund, zuckte die Achseln… Kein Empfang, kein Netz. Der Hund erfasste die Lage als erster. Er schluckte geräuschvoll und drehte seine Ohren wie kleine Satelitenschüsseln für GPS-Empfang. Seine Schnautze schnüffelte aufgeregt in Richtung Schafweide. Der Schäfer und der Ermittler drehten gleichzeitig ihre Köpfe und sahen sich unvermittelt einer der wohl aussergewöhnlichsten Schafhütermomente gegenüber gestellt. Alle Schafe hatten sich in Reih und Glied unterhalb des Hochstandes aufgestellt und schauten mit aufwärts gerichteten, glühend, blauen Augen auf den Schäfer, den Ermittler und den Schäferhund. Allen Dreien standen die Körperbehaarung auf Höchster-Gänsehaut-Stufe.
Das letze Mal als der Ermittler einen solchen Moment erlebt hatte war 1996, als sich eine Pinguinherde (Spheniscidae Linuxis Tux) von Norwegen aus über die ganze Welt auszubreiten verstand. Die Situation konnte er damals nur noch mit Hilfe eines weltweit operierenden Netzenteisers in den Griff bekommen. Doch die Lage hier, war eine vollkommen andere und bei weitem aussergewöhnlichere.
Das Einzigste was das sonore Schnurren der Schafherde übertönte war das statische Knacken der Gänsehautentladungen. Da, plötzlich überkam dem Ermittler ein Geistesblitz. Er griff sich das iSchäfer-Phone des Schäfers und schaute es sich genau an. Auf dem Display stand eine Systemmeldung:
Wollen Sie eine Verbindung mit dem Schafnet hertstellen?
----OK---- ----Abbrechen----
Der Schäfer bejahte mit heftigen Nicken, also betätigete der Ermittler den OK-Button. Einen Augenblick später lief ein Brüllen durch die Schafherde. Das Glühen in den Schafaugen verschand und machte einem kreisenden Farbball Platz. Gebannt heftete sich der Blick des Ermittlers auf das Display des iPhones. Der Farbball verschwand und eine neue Eingabeaufforderung erschien:
Software-Aktualisierung. Suche nach neuer Software.
Soetwas hatte der Schäfer noch nie erlebt. Seit wann konnte man Schafe aktualisieren? Seit wann laufen Schafe mit einer Software? Seit wann bauen Schafe eine Schafnetverbindung auf? Er hatte absolut keine Ahnung was da vorsich ging. Lediglich der Ermittler schien sich in der Situation zurecht zu finden. Aufmerksam studierte er die Liste der angezeigten Komponenten.
[X] iSchaf Telefontreiber | 473kb | installieren
[X] QuickSchaf Update 8.4.6 | 78mb | installieren
[X] Java-Schaf Update 6 | 45mb | installieren
[X] Kombiniertes Schaf OS X Update 10.5 Intel | 365mb | installieren
[X] kombiniertes Schafsicherheitsupdate | 123mb | installieren
[X] QuickSchafSicherheitsupdate | 148mb | installieren
Ein breites Grinsen machte sich auf dem Gesicht des Ermittlers breit. Mit einem geschmeidigen Touch tippte er auf den OK-Button. Schlagartig wechselte die Herde aus dem sonoren Brummen in ein profunden Blöcken. Der Schäfer und sein Hund schauten gebannt auf die Herde. Ihnen dämmerte wohl einiges…
Nach wenigen Minuten hörte das Blöcken auf und auf dem Display des iSchäfer-Phones und dem Rücken der Schafe, recht anmutig in den Schafspelz eingebettet, erschien eine einfache Anweisung:
----Neustart---- ----Ausschalten----
Der Ermittler reichte dem Schäfer das iSP und nickte ihm zustimmend zu. Der Schäfer nahm das Gerät entgegen, tippte den Neustart-Button und hielt die Luft an. Die Schafe erschlafften, um gleich darauf ihre Köpfe zu recken und ein gemeinsames "Blooooommmm" ertönen zu lassen. Dann wurde es wieder still. Dem Schäfer stockte der Atem. Der Schäferhund krallte sich, bis in die Schwanzspitze angespannt, in die Hochstandfensterbank. Schweissperlen bildeten sich unter der Oberlippe des Schäfers. Der Ermittler wartete, den Blick auf die in Bodennebel gehüllten Schafe. Da erschallte ein weiteres "Bloooooommmm"! Die Schafherde geriet in Bewegung. Einige legten ihre Köpfe gegen ihre Nachbarn, andere fingen an ihre Kauwerkzeuge rhytmisch hin und her zu bewegen. Wieder andere senkten ihren Kopf und rupften, unsichtbar durch den Bodennebel, Büschel des frischen, grünen Grases aus. Der Schäfer atmete aus, der Hund auch. Der Ermittler legte seine Mimik in Wohlwollen. Er wusste, es war überstanden.
Noch etwas zitterig machten sich der Schäfer und sein Hund auf den Weg den Hochstand zu verlassen. Hinter ihnen der Ermittler. Bei den Schafen angekommen überzeugte der Schäfer sich ob dessen was er seit Jahr und Tag bei Schafen zu erkennen wusste. Alle war in bester Ordnung. Die Reiszähne waren verschwunden und das leise Klacken der Hufe überzeugten ihn davon, dass er nun eine freundliche, schafige Herde vor sich hatte. Er musste sich um seine Zukunft als Schäfer keine Sorgen mehr machen.
Da es schon spät war und es Zeit nach Hause zu gehen, schlug der Schäfer dem Ermittler vor ihn auf einen kleinen Umtrunk mit Schäfermahlzeit in sein Schäferhaus einzuladen. Den iSchäferhund wies er an, diese Nacht auf der Weide zu bleiben, um unvorhergesehene Komplikationen entgegen zu wirken. Bei dem Schäfer angekommen machten die beiden es sich zuerst einmal gemütlich. Der Ermittler riet dem Schäfer sich das Benutzerhandbuch als Lektüre neben sein Bett zu legen. Als kleinen Freundschaftsdienst - denn durch diese Stunden verband den Schäfer und den Ermittler eine neue Freundschaft - richtete er dem Schäfer noch das Tool Schaftime-Machine ein. So konnte der Schäfer immer sicher sein den Zustand seiner Schafherde in den Moment zurück zu versetzen, als der Erittler und der Schäfer die erste Aktualisierung vorgenommen haben. Das freute den Schäfer sehr. Dann liesen sie sich das Essen schmecken. Am Horizont ging gerade der volle Apfelmond auf.
Der Apfelgriebsch der Woche:
Höret die Worte des Karmas "himself"!
Was haben Bienen und Schafe gemeinsam?
Das Apfelschau-Gewinnspiel
Wir gehen in die zweite Runde. Es gab einige, naheliegende, navigatorische Glanzleistungen. Die Trefferquote ist jedoch eher gering ausgefallen. Als kleinen Hint möchte ich euch das Sternezeichen (Konstellation Grosser Bär) geben, in dem dieser galaktische Sternennebel liegt:
In eigener Sache - AT-Welt -
Einige heben ja mitbekommen, dass Crushinut, Murcielago und meine Schafhaftigkeit an der AT-Welt bosseln.
Die-ganze-Welt-von-AT
Wir haben schon einige Bewohner
…und die Karte wächst. Aber es müssen noch mehr werden! Daher nochmal die Aufforderung:
Beteiligt euch an der AT-Welt!
Wenn wir mehr als 50 User verzeichen, stellen wir die erste Version Online.
So, das war es mal wieder. Ich hoffe euch mit meiner Differenziertes-Denken-Geschichte etwas zum Schmunzeln gebracht zu haben. Ich möchte auch gleich meinem liebsten Schafschriftsteller Haruki Murakami für das Schafupdate danken. In diesem Sinne…
Think different!
Euer Schafmann in AT
ZENcom
do you think different?
Wortwörtlich gehört diese rhetorische Glanzleistung durchaus zu den historischen Fragen, die ein Computerhersteller jemals gestellt hat. Was passiert eigentlich in einem User, wenn er den Versuch startet und "unterschiedlich" denkt? Schläft er nachts besser? Hebt diese Herausforderung sein Lebensgefühl? Kann er sich sicher sein, dass seine Gedanken freier sind als die eines Anderen, Nicht-Unterschiedlich-Denkers? Trocknen seine Schäfchen, da von Haus aus impregniert, schneller? Warum nicht…? Schön wäre es! In der heutigen Apfelschau beschäftige ich mich mit diesem Thema.
Vorsicht SchafX!
oder, die wilde Raubtieraktualisierung.
Die Umgebung: Eine weite Weide auf einem Apple-Computer.
Der Ermittler schaut ungläubig auf eine Herde Schafe. Er traut seinen Augen nicht, denn ein solches Verhalten hat er bisher noch nicht gesehen. Da liegen sie und machen keine anstalten ihrer täglichen Bestimmung nachzugehen. Grasen, blöcken und sich gelegentlich ihrer Rangordnung zu versichern. Nichts dergleichen…
Der Ermittler könnte meinen es handele sich dabei um einen kollektiven Identitätsverlust. Einige Schafe sitzen gar auf Bäumen, andere schnurren vor sich hin. Der Schäferhund und der Schäfer haben sich, in gebührenden Abstand, auf einen Hochstand verzogen, in dem auch der Ermittler, bis ins Mark irritiert, auf die verzwickte Situation herab blickt.
Der Schäfer beteuert, er habe diese Herde erst vor zwei Wochen von einem Händler aus dem fernen Kalifornien bezogen. Hier eingetroffen brauchte er lediglich die Verriegelung des Containers zu öffnen und die Schafe auf seine Weide laufen zu lassen. Soweit hatte der Schäfer es so gemacht wie er es von seinem Vater, seinem Grossvater und Urgrossvater gelernt hatte. Die ersten Bedenken kamen ihm aber als sein Schäferhund jaulend, mit einigen tiefen Schrammen, fluchtartig zu ihm gelaufen kam und sich hinter ihm versteckte. Das hatte er noch nie erlebt.
Als nächstes, berichtete der Schäfer, sei er vorsichtig zu den Schafen hingegangen, seinen Hirtenstab energisch nach vorne ausladend, um sich die Lage aus der Nähe anzusehen. Eines der Schafe, das ihm am nächsten lag, richtete sich, ganz ungewöhnlich für ein Schaf, von den Vorderbeinen her auf und drehte seinen Kopf von unten her in die Richtung des Schäfers. Es legte seine Ohren flach nach hinten und gab einen Laut von sich der dem Schäfer mehr oder weniger signalisierte sich schnell und ohne grossen Widerstand aus dem Staub zu machen. Aber was ein guter Schäfer ist gibt nicht so schnell nach und so ignorierte er seine steil aufragenden Nackenhaare und ging um das Schaf herum. Ihm vielen sofort die untypischen, recht langen und spitzen, aus dem Maul herausragenden Eckzähne auf. In der Beschreibung des Händlers, so konnte er sich wohl erinnern, war von einer solchen Eigenheit nicht die Rede gewesen. Auch das Knurren während seiner Begutachtung hatte er nicht in Erinnerung. In dem Angebot - und der Preis für die Herde war wahrlich ein Schnäppchen - stand:
Think different!
Flock of Sheep
Verry rich black wools
Easy to hold gregarious animal
To feed with bamboo gras, casually meat and
to become second nature to so.
Race: Ovis Panthera pardus
Clumber californication omophagia
Genlock: 10.5
Prize: 120 US$ per Sheep
Der Schäfer, als fachkundiger Nutztierbauer, in der Umgebung durchaus geachtet und beliebt, dachte in der Tat, es wäre doch nicht verkehrt etwas so vielversprechendes auszuprobieren, schlug in den Handel ein und freute sich schon sehr auf seinen Erwerb. Aber was ihm nun da die Weide besiedelte konnte er beim besten Wissen nicht zuordnen. Dem Schäferhund und dem Ermittler ging es nicht weniger ähnlich.
Die Stunden vergingen und die drei ratlosen Gestalten verharrten in eisigem Schweigen, die Stirn in hochauflösendes Denken gezogen, mit Blick auf eine recht kontroverse Lage gerichtet. Einige Schafe hatten sogar den Versuch gestartet den Hochstand zu erklimmen. Bei dem Anblick der schafen Krallen, völlig untypisch für diese Tiere die sich in die 8 Meter hohen Holzbalken des Hochstandes hieben, überkam den Schäfer der blanke Horror. Zum Glück fand er heraus, dass Wasser die Tiere in die Flucht schlagen konnte. Jedoch war der Wasservorat begrenzt und so mussten sich der Schäfer und der Ermittler über kurz oder noch besser schneller etwas einfallen lassen. Ihnen war bei dem Anblick nicht wohl gewesen, dass sich beim Auftauchen einiger Kaninchen auf der Weide, mehrere Schafe sogleich in eine für Schafe ebenso unwirkliche Position des anpirschens begaben, um nach wenigen Minuten alle Kaninchen erlegt zu haben. Das Blut an den Eckzähnen leuchtete grell in dem satten Grün der Weide. Die über die ganze Weide verstreuten Herbstäpfel im Gras wurden von den Schafen übersehen. Wo doch jedes Kind weiss, dass Äpfel eine wahre Delikatesse auf dem Speiseplan von Schafen stehen. Das nackte Grauen in Schafform! Was waren das für Schafe?
Es war bereits spät am Nachmittag. Die Sonne lugte zwischen einem entfernten Birkenwälchen hervor. Langsam hoben bereits die ersten Bodennebel an und liesen die Schafe bis zur Hälfte darin verschwinden. Der Ermittler war beunruhigt. Der Schäfer zückte sein iSchafhüter-Phone, welches er als Zugabe zu seinem Schaferwerb erhalten hatte. Resigniert schaute er zuerst auf den Ermittler, dann auf den Hund, zuckte die Achseln… Kein Empfang, kein Netz. Der Hund erfasste die Lage als erster. Er schluckte geräuschvoll und drehte seine Ohren wie kleine Satelitenschüsseln für GPS-Empfang. Seine Schnautze schnüffelte aufgeregt in Richtung Schafweide. Der Schäfer und der Ermittler drehten gleichzeitig ihre Köpfe und sahen sich unvermittelt einer der wohl aussergewöhnlichsten Schafhütermomente gegenüber gestellt. Alle Schafe hatten sich in Reih und Glied unterhalb des Hochstandes aufgestellt und schauten mit aufwärts gerichteten, glühend, blauen Augen auf den Schäfer, den Ermittler und den Schäferhund. Allen Dreien standen die Körperbehaarung auf Höchster-Gänsehaut-Stufe.
Das letze Mal als der Ermittler einen solchen Moment erlebt hatte war 1996, als sich eine Pinguinherde (Spheniscidae Linuxis Tux) von Norwegen aus über die ganze Welt auszubreiten verstand. Die Situation konnte er damals nur noch mit Hilfe eines weltweit operierenden Netzenteisers in den Griff bekommen. Doch die Lage hier, war eine vollkommen andere und bei weitem aussergewöhnlichere.
Das Einzigste was das sonore Schnurren der Schafherde übertönte war das statische Knacken der Gänsehautentladungen. Da, plötzlich überkam dem Ermittler ein Geistesblitz. Er griff sich das iSchäfer-Phone des Schäfers und schaute es sich genau an. Auf dem Display stand eine Systemmeldung:
Wollen Sie eine Verbindung mit dem Schafnet hertstellen?
----OK---- ----Abbrechen----
Der Schäfer bejahte mit heftigen Nicken, also betätigete der Ermittler den OK-Button. Einen Augenblick später lief ein Brüllen durch die Schafherde. Das Glühen in den Schafaugen verschand und machte einem kreisenden Farbball Platz. Gebannt heftete sich der Blick des Ermittlers auf das Display des iPhones. Der Farbball verschwand und eine neue Eingabeaufforderung erschien:
Software-Aktualisierung. Suche nach neuer Software.
Soetwas hatte der Schäfer noch nie erlebt. Seit wann konnte man Schafe aktualisieren? Seit wann laufen Schafe mit einer Software? Seit wann bauen Schafe eine Schafnetverbindung auf? Er hatte absolut keine Ahnung was da vorsich ging. Lediglich der Ermittler schien sich in der Situation zurecht zu finden. Aufmerksam studierte er die Liste der angezeigten Komponenten.
[X] iSchaf Telefontreiber | 473kb | installieren
[X] QuickSchaf Update 8.4.6 | 78mb | installieren
[X] Java-Schaf Update 6 | 45mb | installieren
[X] Kombiniertes Schaf OS X Update 10.5 Intel | 365mb | installieren
[X] kombiniertes Schafsicherheitsupdate | 123mb | installieren
[X] QuickSchafSicherheitsupdate | 148mb | installieren
Ein breites Grinsen machte sich auf dem Gesicht des Ermittlers breit. Mit einem geschmeidigen Touch tippte er auf den OK-Button. Schlagartig wechselte die Herde aus dem sonoren Brummen in ein profunden Blöcken. Der Schäfer und sein Hund schauten gebannt auf die Herde. Ihnen dämmerte wohl einiges…
Nach wenigen Minuten hörte das Blöcken auf und auf dem Display des iSchäfer-Phones und dem Rücken der Schafe, recht anmutig in den Schafspelz eingebettet, erschien eine einfache Anweisung:
----Neustart---- ----Ausschalten----
Der Ermittler reichte dem Schäfer das iSP und nickte ihm zustimmend zu. Der Schäfer nahm das Gerät entgegen, tippte den Neustart-Button und hielt die Luft an. Die Schafe erschlafften, um gleich darauf ihre Köpfe zu recken und ein gemeinsames "Blooooommmm" ertönen zu lassen. Dann wurde es wieder still. Dem Schäfer stockte der Atem. Der Schäferhund krallte sich, bis in die Schwanzspitze angespannt, in die Hochstandfensterbank. Schweissperlen bildeten sich unter der Oberlippe des Schäfers. Der Ermittler wartete, den Blick auf die in Bodennebel gehüllten Schafe. Da erschallte ein weiteres "Bloooooommmm"! Die Schafherde geriet in Bewegung. Einige legten ihre Köpfe gegen ihre Nachbarn, andere fingen an ihre Kauwerkzeuge rhytmisch hin und her zu bewegen. Wieder andere senkten ihren Kopf und rupften, unsichtbar durch den Bodennebel, Büschel des frischen, grünen Grases aus. Der Schäfer atmete aus, der Hund auch. Der Ermittler legte seine Mimik in Wohlwollen. Er wusste, es war überstanden.
Noch etwas zitterig machten sich der Schäfer und sein Hund auf den Weg den Hochstand zu verlassen. Hinter ihnen der Ermittler. Bei den Schafen angekommen überzeugte der Schäfer sich ob dessen was er seit Jahr und Tag bei Schafen zu erkennen wusste. Alle war in bester Ordnung. Die Reiszähne waren verschwunden und das leise Klacken der Hufe überzeugten ihn davon, dass er nun eine freundliche, schafige Herde vor sich hatte. Er musste sich um seine Zukunft als Schäfer keine Sorgen mehr machen.
Da es schon spät war und es Zeit nach Hause zu gehen, schlug der Schäfer dem Ermittler vor ihn auf einen kleinen Umtrunk mit Schäfermahlzeit in sein Schäferhaus einzuladen. Den iSchäferhund wies er an, diese Nacht auf der Weide zu bleiben, um unvorhergesehene Komplikationen entgegen zu wirken. Bei dem Schäfer angekommen machten die beiden es sich zuerst einmal gemütlich. Der Ermittler riet dem Schäfer sich das Benutzerhandbuch als Lektüre neben sein Bett zu legen. Als kleinen Freundschaftsdienst - denn durch diese Stunden verband den Schäfer und den Ermittler eine neue Freundschaft - richtete er dem Schäfer noch das Tool Schaftime-Machine ein. So konnte der Schäfer immer sicher sein den Zustand seiner Schafherde in den Moment zurück zu versetzen, als der Erittler und der Schäfer die erste Aktualisierung vorgenommen haben. Das freute den Schäfer sehr. Dann liesen sie sich das Essen schmecken. Am Horizont ging gerade der volle Apfelmond auf.


Höret die Worte des Karmas "himself"!
Liebe Leute, das ist doch alles Schmonzes.
Tragt einfach als Wohnort "Nirvana" ein, dann seid Ihr aus dem Samsara, dem (eben nicht!) ewigen Kreislauf der Wiedergeburten ausgeschieden, habt aufgehoert Karma zu erzeugen, seid erwacht, durch Erleuchtung ins Nirvana eingegangen.
Natuerlich wird's auch hier wieder Menschen geben, die es vorziehen, als Bodhisattva weiterhin durch das Universum zu wandeln, um die anderen Wesen bei ihrer Befreiung aus dem Samsara zu unterstuetzen.
Was haben Bienen und Schafe gemeinsam?



Wir gehen in die zweite Runde. Es gab einige, naheliegende, navigatorische Glanzleistungen. Die Trefferquote ist jedoch eher gering ausgefallen. Als kleinen Hint möchte ich euch das Sternezeichen (Konstellation Grosser Bär) geben, in dem dieser galaktische Sternennebel liegt:



Einige heben ja mitbekommen, dass Crushinut, Murcielago und meine Schafhaftigkeit an der AT-Welt bosseln.
Die-ganze-Welt-von-AT
Wir haben schon einige Bewohner

Beteiligt euch an der AT-Welt!
Wenn wir mehr als 50 User verzeichen, stellen wir die erste Version Online.

So, das war es mal wieder. Ich hoffe euch mit meiner Differenziertes-Denken-Geschichte etwas zum Schmunzeln gebracht zu haben. Ich möchte auch gleich meinem liebsten Schafschriftsteller Haruki Murakami für das Schafupdate danken. In diesem Sinne…
Think different!
Euer Schafmann in AT

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